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12.06.2015

SPÖ-Frauen über die Grünen entäuscht

Landesfrauenvorsitzende Veronika Keck

Ablehnung einer modernen Familiendefinition nicht nachvollziehbar.

In der gestrigen Landtagssitzung hat die SPÖ eine Neudefinition der Familie in der Landesverfassung beantragt. Damit hätten auch Patchwork-Familien, Lebensgemeinschaften, Alleinerziehende und gleichgeschlechtliche Partnerschaften gleichrangig in der Familiendefinition Platz finden sollen. Der Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt – auch von den Grünen. SPÖ-Frauenvorsitzende Veronika Keck zeigt sich darüber enttäuscht: „Von sechs Grünen stimmte nur eine dafür, vier waren dagegen und ausgerechnet der grüne Gleichstellungssprecher verschwand während der Abstimmung auf die Toilette. Gerade Grünen-Chef Johannes Rauch spart derzeit nicht mit Kritik an der neuen Regierung im Burgenland; gleichzeitig hat er aber offensichtlich selber seine politische Seele dem Koalitionspartner verkauft.“ Lob findet sie hingegen für Sandra Schoch, die als einzige Grüne für den Antrag gestimmt hat. „Sie gab ihrem Gewissen den Vorrang gegenüber dem Klubzwang, das rechne ich ihr hoch an.“

Zeiten haben sich geändert 

Keck weist auf die hohe Scheidungsrate auch in Vorarlberg hin. Sie weist auf die Existenz unterschiedlichster Familienmodelle hin: „Dass es immer mehr alleinerziehende Elternteile oder alternative Familienmodelle wie Patchworkfamilien oder gleichgeschlechtliche Partnerschaften gibt, ist ein Faktum. Es ist die Aufgabe der Politik, für das Zusammenleben von Menschen die passenden Rahmenbedingungen zu schaffen. Wenn die Landesregierung aber bereits daran scheitert, zumindest auf dem Papier alle Formen von Familie gleichzustellen, ist das ein Armutszeugnis. Ich bin stolz darauf, dass die SPÖ diese Frage ernst nimmt und sich weiterhin für moderne und tolerante Lebensentwürfe einsetzen wird.“